Prävention für Kleinkinder: Erhöhter Einsatz in Kitas erforderlich

Fast jedem fünften Kind (18 Prozent) in Hessens Kitas fehlen psychische Schutzfaktoren, die es dazu befähigen, eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln.
Arşiv - 15 Şubat 2017 21:11 A A

Konsequenzen aus der Resilienz-Befragung der AOK Hessen

Bad Homburg. Die AOK Hessen verstärkt ihr eigenes Präventionsteam und investiert zusätzlich in Honorarkräfte, damit noch mehr Erzieherinnen und Erzieherinnen zum Programm JolinchenKids fortgebildet werden können. Denn es trägt maßgeblich dazu bei, dass Kleinkinder selbst-bewusster werden, sich besser ernähren und Spaß an der Bewegung haben. Eine deutliche Ausweitung ist offensichtlich notwendig: Fast jedem fünften Kind (18 Prozent) in Hessens Kitas fehlen psychische Schutzfaktoren, die es dazu befähigen, eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln.

Diese Auffassung vertreten zumindest Erzieherinnen und Erzieher aus 300 Einrichtungen, die an einer repräsentativen Umfrage (forsa) im Auftrag der AOK Hessen teilgenommen haben. So liegt in fast jeder dritten Kita (31 Prozent) der Anteil der so genannten „Risikokinder“ mit gering ausgeprägter Resilienz über dem Durchschnitt, in jeder zehnten Kita (11 Prozent) sollen sogar über 40 Prozent des Nachwuchses betroffen sein. Eine schwach ausgeprägte Resilienz zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass es einem Kind auch nach Monaten nicht gelingt, Anschluss an die Gruppe zu finden. Deshalb soll die Zahl der Einrichtungen, die das wissenschaftlich evaluierte und von der Gesundheitskasse mitkonzipierte Programm JolinchenKids umsetzen, in den nächsten Jahren mindestens verdoppelt werden. Auf lange Sicht möchte die AOK Hessen, dass jedem Kindergarten die Möglichkeit gegeben wird, JolinchenKids umzusetzen, so die Vorstellung von AOK-Präventionschefin Kerstin Roth. Hierfür wird noch im Frühjahr eine weitere Mitarbeiterin für Schulungen eingestellt und die Zahl der Honorarkräfte von 6 auf 17 bis spätestens Herbst 2017 erhöht.

In den vergangenen zehn Jahren wurden 153 Kitas zum Vorgänger TigerKids geschult, insgesamt 84 zu JolinchenKids. Ziel ist es hierbei, dass die teilnehmenden Kitas zu den Themen Schritt für Schritt nachhaltige gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Alltag integrieren und dort dauerhaft verankern. Die AOK Hessen begleitet sie drei Jahre aktiv bei der Umsetzung – mit Schulungen, Materialien, Workshops, Kurs- und Beratungsangeboten. Das Programm ist Teil der Initiative „Gesunde Kinder, gesunde Zukunft“. Mit den Themen Ernährung, Bewegung und seelisches Wohlbefinden berücksichtigt JolinchenKids die wesentlichen Bereiche eines gesunden Lebensstils. Die Umsetzung der Themen erfolgt sowohl über Aktivitäten, mit dem Ziel, die Gesundheit der Kinder zu fördern, als auch über die Schaffung und Aufrechterhaltung von Rahmenbedingungen, die ein gesundes Aufwachsen und Arbeiten in der Kita ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk legt das Programm darauf, die Eltern aktiv einzubinden. Ziel ist es, die Gesundheitsthemen auch in den Familienalltag einzubauen. Die Herangehensweise an das Thema Gesundheit ist vielfältig. Jede Kita setzt individuelle Schwerpunkte. Den Ausgangspunkt bildet bei JolinchenKids daher eine Bestandsaufnahme bzw. Bedarfsanalyse.

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